Vor allem im Bereich chronischer organischer Erkrankungen (wie z.B. Rheuma, Multiple Sklerose, Allergien etc.) und Behinderungen gibt es seit langem Selbsthilfeorganisationen.
Bei der Beschreibung von Selbsthilfeorganisationen muss man verschiedene Organisationsebenen unterscheiden. Am Anfang stand oft eine lokale engagierte Selbsthilfegruppe, die sich mit einigen "Ableger"- Gruppen zu einem Verband zusammenschloss, der sich dann auf Landes- oder Bundesebene eine Organisationsstruktur aufbaute. Diese Verbände versuchen dann wiederum, ein möglichst flächendeckendes Netz von lokalen Selbsthilfegruppen zu gründen.
Diese Treffen sind oft in größeren Abständen und für alle Interessierten offen, die Informationsvermittlung und Aufklärung untereinander steht im Mittelpunkt. Die Treffen haben eher den Charakter von „Veranstaltungen“ mit bestimmten verantwortlichen Leitungspersönlichkeiten.
Durch die unterschiedlichen Organisationsebenen sind entsprechend verschiedene Formen der Selbsthilfe möglich. Der Bundes- oder Landesverband kann Lobbyfunktionen für die Gesamtgruppe der Kranken übernehmen, indem er Öffentlichkeit und Entscheidungsträger informiert und aufklärt, mit Krankenkassen über spezielle Leistungen verhandelt u.a..
Die örtlichen Arbeitsgemeinschaften nehmen gegenüber ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit ähnliche Aufgaben wahr - nur eben auf lokaler Ebene. Sie laden bspw. Ärzte oder Sozialversicherungsvertreter zu Vorträgen ein, bauen zu speziellen Ärzten und Kliniken Kontakte auf und sprechen Betroffene und die Öffentlichkeit über Faltblätter, Plakate und Informationsstände an.
Oft werden gemeinsame Behandlungsaktivitäten organisiert (bspw. Wassergymnastik für Rheumatiker).
Vor allem fördern sie aber den Kontakt mit Menschen, die das eigene Leiden "von innen heraus" verstehen können, ermutigen bei dem Weg vom passiv-resignativen Erdulden zur aktiven Auseinandersetzung mit der Erkrankung und wirken der Tendenz zur Isolation entgegen.