In den 70er Jahren bildeten sich zunehmend kleine, autonome Selbsthilfegruppen, vor allem im Bereich seelischer Störungen wie Ängste und Depressionen, Befindlichkeits- und Kontaktstörungen, Partnerprobleme, Essstörungen, aber auch zur Bewältigung der Folgen chronischer körperlicher Erkrankungen.
Zentrales "Arbeitsmittel" ist das persönliche Gespräch. Von Gruppenmitgliedern werden hauptsächlich folgende Punkte genannt, was ihnen an der Gruppenarbeit gut tut:
- in einer vertrauensvollen Atmosphäre lernen, über sich selbst zu sprechen;
- lernen, zu sich zu stehen, sich mit seinen Schwierigkeiten anzunehmen und zu akzeptieren;
- sich mit Hilfe der anderen besser kennenlernen;
- die eigenen Konflikte eingestehen statt Fassaden aufrecht zu erhalten;
- auch Gefühle wie Ärger zu äußern statt zwanghaft freundlich zu sein;
- sich in der Gruppe und auch dann außerhalb ehrlicher, mutiger und selbstbewußter zu verhalten.
In diesen meist kleinen Gruppen werden ganz persönliche Dinge besprochen, die einen vertrauensvollen Gruppenrahmen voraussetzen. So finden die Sitzungen oft wöchentlich statt. Eine regelmäßige Teilnahme wird erwartet.
Im Gegensatz zu allen sonstigen Erfahrungen mit Ärzten, Therapeuten etc. wird das Gefälle zwischen Experte und Hilfesuchendem aufgelöst. Jedes Gruppenmitglied wird selber zum Experten für sein Leiden und seine Lebensgestaltung.